top of page

Das Mountainbike-Abenteuer beginnt vor der Haustür

vor 13 Stunden
4 Min. Lesezeit
Das Mountainbike-Abenteuer liegt vor der Haustür © Cait Elliot
Das Mountainbike-Abenteuer liegt vor der Haustür © Cait Elliot

Zwischen Mountainbike, Snackrucksack und Grillstelle spielt sich für viele junge Familien das eigentliche Bike-Abenteuer ab. Nicht auf den hohen Gipfeln, sondern auf Trails, die nur wenige Minuten von zu Hause entfernt liegen. Doch was braucht es heute für einen guten Bike-Tag als Familie? Cait kennt diese Frage aus zwei Perspektiven. Als aktive Bikerin und Mutter einer kleinen Tochter erlebt sie selbst, wie sich das Biken mit dem Familienalltag verändert. Gleichzeitig beschäftigt sie sich als Projektleiterin bei der BikerNetzwerk AG mit der Planung von Mountainbike-Angeboten und Wegnetzen.


Die Mountainbike-Szene wächst und mit ihr verändern sich auch die Bedürfnisse. Viele Menschen, die vor zehn oder mehr Jahren mit dem Mountainbiken begonnen haben, sind heute in einer anderen Lebensphase. Aus begeisterten Bikerinnen und Bikern sind Eltern geworden. Die Freude am Sport ist geblieben, aber Zeit, Alltag und Ansprüche haben sich verändert. Früher war ein ganzer Tag im Bündnerland, im Tessin oder im Wallis keine Seltenheit. Heute sieht der Bike-Alltag anders aus. Nicht weil die Lust am Biken kleiner geworden ist, sondern weil Familie, Arbeit und Freizeit zusammenpassen müssen.


Für Cait ist klar: „Viele Eltern möchten aktiv bleiben und ihre Leidenschaft mit ihren Kindern teilen. Dafür braucht es Angebote, die schnell erreichbar sind und sich in den Familienalltag integrieren lassen. Genau deshalb ist gute MTB-Infrastruktur in Stadtnähe so wichtig.“


Die Abenteuer werden kleiner. Der Spass nicht.

Ein Familientag auf dem Bike beginnt für Cait schon beim Packen. Wechselkleider, Windeln, Snacks, Getränke und das Laufrad fürs Kind. Die Kleine sitzt im Kindersitz auf dem Bike, der Partner trägt den Rest. „Wenn wir losfahren, sind wir eigentlich schon ein bisschen müde“, erzählt Cait. „Aber sobald wir am Waldrand stehen, fühlt sich alles leichter an.“


Die Kinder rennen los, entdecken Steine und Baumstämme, testen die erste Pfütze. Andere Familien kommen dazu. Die Erwachsenen tauschen sich über den Alltag aus, während die Kinder längst ihr eigenes Abenteuer gefunden haben. Und irgendwann ist klar: Jetzt sind die Eltern dran. „Wer fährt zuerst, die Mamis oder die Papis?“ Während die einen noch bei den Kindern bleiben, gehen die anderen auf die Runde. Danach wird gewechselt.


Kleine Abenteuer bringen ganz viel Spass  © Cait Elliot
Kleine Abenteuer bringen ganz viel Spass © Cait Elliot

Wenn der Trail um die Ecke liegt

„Kein alpinistisches Abenteuer. Kein logistischer Grossaufwand. Einfach ein Trail, der in Reichweite von zu Hause liegt“, beschreibt Cait ihren idealen Bike-Tag mit der Familie. Für Cait bedeutet das auch Zeit für die Dinge, die im Familienalltag sonst schnell untergehen. Während die Kinder spielen, bleibt Raum für Gespräche über "Töpfchen-Training", berufliche Herausforderungen und den ganz normalen Alltag. Dann geht es aufs Bike. „Wir fahren runter, lachen, geniessen den Flow und vergessen alles andere ausser Biken und Spass. Genau wie früher“, erklärt Cait. Auch die Eltern sollen dabei nicht zu kurz kommen. Mal fährt die eine Person mit den Kindern, mal die andere. Und wenn es die Infrastruktur zulässt, können beide gemeinsam eine Runde drehen.


Eine Stunde später ist die Familie wieder zurück und sofort mittendrin im Trubel. Hände waschen, Snacks verteilen, die nächste kleine Diskussion. So sieht ein Bike-Tag mit Kindern eben auch aus. Die Kinder brauchen Bewegung, aber auch Pausenplätze, Abwechslung und andere Kinder. Trails, die sie schaffen. Eine Grillstelle, an der man zusammensitzen kann. Für Cait gehört all das zu einer Infrastruktur im kleinen Kreis, „damit wir nicht zwischen all den Ansprüchen zerrieben werden.“


Auch die Eltern sollen beim gemeinsamen Bike-Ausflug nicht zu kurz kommen © Cait Elliot
Auch die Eltern sollen beim gemeinsamen Bike-Ausflug nicht zu kurz kommen © Cait Elliot

Wenn aus einem Trail ein Treffpunkt wird

Was Cait auf ihren Ausfahrten erlebt, zeigt, was Naherholung leisten kann. Nicht nur Bewegung, sondern auch Begegnung. „Während wir essen, fahren andere Familien vorbei. Ein Junge springt in die Luft wie ein junger Profi. Zwei kleine Mädchen fahren im Schneckentempo hintereinander her, stolz wie Weltmeisterinnen.“ Solche Momente bleiben. „Wenn man sieht, wie das eigene Kind mit grossen Augen vor Begeisterung die gleiche Freude empfindet wie man selbst beim Biken mit Freunden, ist das unbezahlbar.“


Dafür braucht es keine riesigen Anlagen. Ein Pumptrack neben dem Spielplatz, ein kleiner Skills-Park im Quartier oder ein Trail im Naherholungsgebiet können reichen. Wichtig ist, dass die Angebote unterschiedliche Bedürfnisse abdecken. Kinder sollen etwas finden, das sie fordert und ihnen Spass macht. Gleichzeitig brauchen auch Eltern Möglichkeiten, gemeinsam oder abwechselnd zu fahren.


Ein kleiner Trail in der Nähe kann zum Treffpunkt werden © Cait Elliot
Ein kleiner Trail in der Nähe kann zum Treffpunkt werden © Cait Elliot

Was bedeutet das für die Planung?

Für Cait treffen hier persönliche Erfahrung und berufliche Perspektive aufeinander. Was sie als Mutter erlebt, sind gleichzeitig Fragen, die ihr als Projektleiterin bei BikerNetzwerk in der Planung begegnen.


Wie wollen wir unsere Naherholungsräume in Zukunft nutzen?

Wenn Mountainbiken Teil des Alltags sein soll, muss es auch in der Planung von Siedlungs- und Naherholungsräumen mitgedacht werden. Nicht als isoliertes Angebot, sondern als Teil des gesamten Raums. Wo gibt es bereits attraktive Wege? Wo fehlen Verbindungen? Welche Angebote funktionieren für unterschiedliche Altersgruppen, Fahrniveaus und Bedürfnisse? Können Kinder selbstständig fahren? Können Eltern gemeinsam eine Runde drehen oder sich abwechseln? Wo lassen sich Bike-Angebote mit Spiel- und Aufenthaltsmöglichkeiten verbinden? Und wie können diese Nutzungen mit Wandern, Natur und weiteren Ansprüchen an den Raum zusammenpassen?


Gute Planung beginnt nicht nur mit Karten und Wegnetzen, sondern mit dem Verständnis dafür, wie Menschen diese Räume tatsächlich nutzen. Es geht nicht darum, möglichst viele Trails zu bauen. Es geht darum, Angebote zu schaffen, die zum Ort, zu den Menschen und zu ihrem Alltag passen.


Früh übt sich © Cait Elliot
Früh übt sich © Cait Elliot

Die nächste Generation fährt schon heute

Wenn Kinder in ihrem direkten Umfeld positive Erfahrungen mit dem Mountainbike machen, entsteht etwas, das über den einzelnen Trail hinausgeht. Sie lernen, sich auf dem Bike zu bewegen. Sie entdecken ihre Umgebung. Sie erleben Natur. Und sie erfahren, dass ein Waldweg ein Ort sein kann, an dem man sich bewegt, spielt und gemeinsam Zeit verbringt.


Für Cait ist genau das ein Blick in die Zukunft: „Wie wäre es, wenn jede Stadt solche Orte hätte?“ Nicht überall dasselbe Angebot, sondern passende Räume in der Nähe. Für Kinder, Familien und unterschiedliche Fahrniveaus. Orte, an denen Biken selbstverständlich dazugehört und niemand weit fahren muss, um es zu erleben.


Wenn Kinder heute auf guten Trails gross werden, brauchen sie weniger Gründe, auf unbewilligte Wege auszuweichen. Sie lernen Biken positiv kennen, sicher, spielerisch und gemeinsam. Davon profitieren nicht nur die Kinder, sondern auch die Natur und die Stadt.

„Wenn wir am Nachmittag nach Hause fahren, sind wir müde, aber erfüllt. Kein Drama, kein Stress, keine weite Reise. Einfach ein schöner Tag. Und ich weiss: So sieht die Zukunft des Mountainbikens aus. Nicht weit weg, sondern direkt vor unserer Haustür.“



Kommentare


Kontakt

BikerNetzwerk AG
Walenseestrasse 18
8882 Unterterzen

info@bikernetzwerk.ch
+41 (0)81 599 47 35

Unser Engagement:
IMBA Member Sticker 2022_transp.png
Wägmacher - Icon schwarz.png
logo-biketrailsostschweiz.jpg

social media

  • LinkedIn
  • Instagram
  • Facebook

© 2022 by BikerNetzwerk AG

bottom of page